Alexander Kissler,
Dummgeglotzt. Wie das Fernsehen uns verblödet.
Wenn Kerner kuschelt, Klum kichert und Kallwass Krawall macht, dann ist das Fernsehen bei sich. Es belohnt Unterwerfung und bestraft die eigene Meinung. Es verherrlicht das Fleisch und vertreibt den Geist. Es feiert sich selbst und denunziert den Menschen.
Zoten hält das Fernsehen für Unterhaltung, kochende Clowns für Kultur, statt Journalismus gibt es Gefühlsmanagement. ARD und ZDF machen mit bei der Jagd nach mehr Quote, mehr Sensation, weniger Information.
Immer häufiger muss man ausschalten, um Mensch zu bleiben. Man muss aber auch wissen, was da erzählt wird. Denn das Fernsehen bestimmt, welches Verhalten als normal zu gelten hat.
„Dummgeglotzt“ ist eine Expedition zu den Untiefen deutscher Fernsehkultur. Stöckelnde Topmodels, schwitzende Dschungelhelden und krächzende Superstars haben ihren Auftritt. Ärzte retten die Welt, Teenies weinen, Schuldnerberater betreuen die Nation. Und über allem steht die knallbunte Drohung: „Bleiben Sie dran!“
Gütersloher Verlagshaus, 192 Seiten, 16,95 Euro.
PRESSESTIMMEN, INTERVIEWS ETC.:
In der Ausgabe 1/2010 von „Psychologie heute“ wird „Dummgeglotzt“ vorgestellt und empfohlen.
Zwei weitere Interviews können angehört werden: Jenes mit dem Deutschlandfunk („Markt und Medien“) vom 29. August 2009 und jenes mit „Wolf's Talk“ vom 31. August 2009.
Ein Interview zum Buch vom 23. Juli 2009 freut sich über Leser, ein zweites vom 14. August 2009 nicht minder.
Dasselbe gilt vom Gespräch mit dem Medienmagazin „Pro“, das in Ausgabe 4/2009 vom 20. August 2009 erschienen ist, nur im Print greifbar.
Ein Radiogespräch vom 26. Juli 2009 kann nachverfolgt werden, dito das Gespräch mit dem Deutschlandfunk („Corso“) vom 19. August und jenes mit Wolf's Talk vom 29. August.
Kam am 17. Juli 2009 in den Handel: Ausgabe 30/2009 des Fernseh-Magazins „Gong“. In dem Artikel „TV-Aufreger: Wie die Sender uns betrügen! Skandale werden inszeniert, um Quote zu machen“ kommt auch „Medienkritiker“ Kissler zu Wort
Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (Nils Minkmar) fand am 23. August 2009 eher mäkelnde Töne - ganz im Gegensatz zum „Hamburger Abendblatt“ (Irene Jung) vom 24. August 2009 und zu Matthias Matussek am 27. August 2009 in Spiegel-online: „Kissler staunt, er polemisiert, er spottet und höhnt, aber seine Leidenschaftlichkeit kommt nicht zynisch oder abgebrüht daher, sondern verzweifelt. Verzweifelt über die bisweilen groteske Lügenhaftigkeit des Mediums. Verzweifelt auch darüber, dass wir uns an dessen Lügenhaftigkeit so vollständig gewöhnt haben, dass sie weitergereicht und zur Lebensmaxime werden.“
Positiv äußern sich auch die „Nürnberger Nachrichten“ (Alexander Jungkunz), die am 29. August schrieben: Zu Kisslers „begrüßenswerten Botschaften“ rechne die Warnung vor dem „Abstieg der öffentlich-rechtlichen Sender aufs Niveau der Privaten“.
Für „Der Westen“ nimmt sich Andreas Thiemann am 13. September ausführlich meines Buches an: „Ebenso schonungslos wie überzeugend“ gelinge der Nachweis, dass eine bestimmte Form von Fernsehen verblöde.