Kategorie: Texte

Jenseits der Worthülse

Jeder Tag ist Bertelsmannstiftungsstudientag, derart oft erscheinen Gütersloher Elaborate zum Zustand der Nation. Könnte man meinen. Dabei wird mitunter der Populismusvorwurf zum Totschlagargument wider oppositionelle Einstellungen. Mein „Konter“ (Link) vom 5. Oktober 2018 nimmt daran Anstoß. Ob das Merkelsche „Worthülsen-Regiment“ (Link zum Konter vom 27. September 2018) sich derweil bald dem Ende zuneigt und jenes „verbale Vakuum“ (Link zum Konter vom 13. September 2018), das die Kanzlerin bezeichnet, ein anderer oder eine andere wird füllen: Das wissen auch die Bertelsmänner nicht genau. Eine Wohltat wäre es, aus Sicht der deutschen Sprache. Dass in dieser schon besser debattiert wurde als in den Iden der Angela, zeigt nicht zuletzt der Debattenverhinderungscordon, der um Thilo Sarrazin errichtet wurde. Dabei bekam er über Bande prominente Schützenhilfe vom amerikanischen Bestsellerautor Nassim Nicholas Taleb, worüber ich (Link) am 6. September 2018 schrieb. Vom kurzfristigen SPD-Hoffnungsträger Martin Schulz gilt es übrigens nachzutragen, dass er die Kunst der Selbstversenkung noch beherrscht. Ein Talkshowauftritt belegte es. Ich zeichne ihn am 17. September 2018 nach (Link).

Haltung ist kein Journalismus

Auch ein Blick in die Provinz, hier einmal nach Ulm, belegt eine Versuchung und ruft nach der Gegenthese: Haltung (allein) ist kein Journalismus. Sachdienliches hierzu im „Konter“ (Link) vom 9. August 2018. Sonst nämlich geschieht, was oft der Fall ist oder war: Gewalt wird zur medialen Nebenepisode, geht sie von Flüchtlingen aus. Die Offenburger Vorkommnisse, zusammengefasst und eingeordnet im „Konter“ (Link) vom 23. August 2018, aber sperren sich gegen publizistische Verzwergung ebenso wie jene von Plauen. Fabula docet, Veritas liberabit.

Ein heißer Sommer

Der Verfassungsschutzbericht brachte an den Tag, was schon im Licht der Sonne lag: Deutschland hat ein Extremismusproblem, auch von links, auch islamistisch grundiert, auch rechts verortet. Im „Konter“ (Link) vom 27. Juli 2018 nehme ich die Erkenntnisse ernst. Die Terrorgefahr ist dauerhaft geworden. Auch deshalb gilt, wie ich im „Konter“ (Link) vom 13. Juli 2018 darlege: Ein Staat darf nicht emphatisch, muss aber rechtstreu sein. Auch darum, weil der muslimische Judenhass leider ebenfalls kein temporäres Phänomen ist. Im „Konter“ (Link) vom 19. Juli 2018 frage ich: Wer stoppt den Judenhass? Der mit Getöse und Vorwürfen verbundene Rücktritt Mesut Özils aus der deutschen Nationalmannschaft rechnet eher in die Kategorie Vermischtes und ist doch symptomatisch. Ohne den islamischen Faktor dürfte man ihn kaum verstehen. Schreibe ich in meinem Kommentar (Link) vom 24. Juli 2018. Vermischte Politik, so es das gibt, betrieb die Kanzlerin in der Haushaltsdebatte des Bundestags, wo sie eurythmisch politisierte. Im „Konter“ (Link) vom 5. Juli 2018 schwang ich mit im Takt.

Schwefel und andere Medienspektakel

Es bleibt nicht aus, sich hin und wieder mit den Medien auseinanderzusetzen, auch wenn man diesen angehört. Der gehässige Kommentar des Chefs der ARD-„Tagesschau”, Kai Gniffkes, zu einem Rücktritt, den es gar nicht gab, der offenbar sehnlichst erwarteten Demission Horst Seehofers, gehört in kein Lehrbuch. Wohl aber in meine Betrachtung einer „journalistischen Kernschmelze” (Link) vom 2. Juli 2018. Dass derweil im ZDF-„heute Journal” immer mal wieder „Daumendrücken für Merkel” (Link) angesagt ist, legte ich am 18. Juni 2018 dar. Und in der ARD-Talkshow „Anne Will“ lädt sich die Kanzlerin zur Audienz und verwandelt so das Fernsehstudio in eine „Arena der richtigen Gesinnung” (Link). Am 11. Juni 2018 analysierte ich sie. Zum medialen Spektakel der anderen Art lädt die Evangelische Kirche, wenn sie im Netz wie der Teufel nach abweichenden Meinungen fahndet, die sie „toxische Narrative” (Link) nennt. Am 17. Mai 2018 stieß ich auf den protestantischen Exorzismus.

Frühling, dein Name ist Streit

Linde Winde, sanfte Kräfte? In diesem Frühling schießen die Behauptungen, Rechthabereien und Bedenklichkeiten aller Art wie Pfeile ins Land. Die aus deutscher Sicht erbarmungswürdig vergeigte Fußballweltmeisterschaft der Herren hält immerhin sechs Lektion bereit, die ich am 28. Juni 2018 aufzähle (Link).  Unmetaphorisch bitter sind die kleinen Tode, die die Freiheit täglich stirbt im Kampf wider den islamistischen Terror. Am 31. Mai 2018 reiße ich mich und meine Sorgen am Riemen (Link). Die Kriminalitätsstatistik, der ich am 11. Mai 2018 eine Betrachtung widme (Link), stimmt da auch nicht heiterer, ebenso wenig tut’s der Hamburger Doppelmord durch einen migrierten Gewaltvater. Am 16. April 2018 deute ich das kranke Geschehen (Link): „Der Staat toleriert Gesetzesübertretungen, die von Kirche und Grünen begrüßt werden, und am Ende zahlen Frauen und Kinder die Zeche.“ Und wie Abschiebung und Weltoffenheit zusammengehen, erörtere ich am 4. Mai 2018 (Link): „Der Widerstand gegen eine Staatsgewalt, die zur eigenen Gewalt ein problematisches Verhältnis hat, gegen einen Staat, der sich in seiner Weltoffenheit selbst fesselt, ist ein Trend dieser Tage.“

Kultur, Kult und beiderlei Gegenteil

Wenn ein deutscher Papst für einen argentinischen Papst schwärmt, muss kein guter Film entstehen, sondern vielleicht nur „Ein Mann seines Wortes”. Das PR-Werk des Wim Wenders, einen „Monolog für zwei Stimmen” (Link), konnte ich am 14. Juni 2018 leider gar nicht goutieren. Größer freilich sind die realen Probleme einer Kirche, die Eigentore für Siegtreffer hält, wie es beim sogenannten bayerischen Kruzifix-Streit (Link) wieder zu besichtigen war. Am 3. Mai 2018 wunderte ich mich sehr über Marx und Company. Kein Vergleich aber mit der antijüdischen Unkultur im muslimisch dominierten Gangsterrap, der für einen Preis namens „Echo” vorgesehen war. Am 6. April (Link) und am 13. April 2018 (Link) kommentierte ich die Skandalmusik, die in eine Abschaffung dieses Echos mündete.  Kollegah und Farid Bang tönen weiter, ist stark zu vermuten, und werden von Millionen gehört. Keine Petitesse, wahrlich nicht.

Realismus ist kein Osterhase

Auch in diesem Jahr gibt es einiges zu Ostern zu sagen – und zu #Burgwedel, #Flensburg, der Antifa etc. Mein „Konter” vom 29. März 2018 (Link) sucht nach dem verbindenden Dritten von knochentrockenem Realismus und vernünftiger  Zuversicht: „Nicht an das Böse gewöhnen!” Kurz davor, am 27. März 2018, empfahl ich zur Lektüre das neue Buch von Botho Strauß (Link) mit Namen „Der Fortführer”. Darin steht geschrieben:  „Menschen, die zu allem ein gesundes Urteil haben, ahnen gar nicht, wie ein Urteil beschaffen sein muß, um Bestand zu haben: daß es nämlich zuerst unter Zähneklappern, zitternd und fiebernd durch den Eiswald der Sachverhalte irren muß, um zu sich zu finden.” Frohe Ostern.

Uwe hat Durs

Tellkamp und Grünbein und Grünbein und Tellkamp und Tellkamp und Grünbein und Suhrkamp: Das ist kein Gedicht von Eugen Gomringer, sondern die Zusammenfassung einer Debatte nach der (Dresdner) Debatte, die diese bald durchzustreichen drohte. Tellkamp zeigte Haltung, den Rest zeigt die Zukunft und zeigte mein „Konter” (Link) vom 16. März 2018: „Das fängt alles erst an.” Minder schön ist der forcierte Trend zum durch Bücher für die Kleinsten endlich „politisierten Kinderzimmer”. Am 15. März 2018 schrieb ich (Link): „In Kita, Krippe und daheim soll der neue Erdenbürger mit den Vorteilen des Vegetarismus, des Internationalismus und der globalen Willkommenskultur vertraut gemacht werden. Wer alle vorgestellten Bücher beim Wort nähme und nicht abseits schaute, nicht links, nicht rechts, der setzte bei seiner ersten Bundestagswahl das Kreuz bei den Grünen.”

Die müde Republik, und wen rettet Merkel gerade?

Die deutsche Lage, wie stellt sie sich dar, zumal einem (nicht nur) deutschen Publikum? Darüber durfte ich mir für das deutsch-polnische Dialog Forum Gedanken machen. Zur „müden Republik” (Link) nach Abschluss der großkoalitionären Verhandlungen schrieb ich am 14. März 2018, über das „Ende eines Sonderwegs” (Link) am 20. Dezember 2017. Dazwischen lag gar manches:  Am 9. März 2018 meine Betrachtung über das neue Berliner „Kabinett als Kabarett” (Link), am 3. März 2018 angesichts dreier Abstimmungen die Rückkehr der demokratischen Systemfrage (Link) in Deutschland, Italien, der Schweiz, am 1. März 2018 die nur halbparodistische Feststellung (Link), „Merkel rettet jetzt auch Afrika”, die Berlinale, der ich am 22. (Link), am 19. (Link) und am 16. Februar 2018 (Link) drei Beiträge widmete nebst der Frage, „was versteht der Westen schon von Russland?”, am 15. Februar 2018 ein Nachruf auf die SPD (Link), „wenn eine Volkspartei nicht mehr gebraucht wird”, am 12. Februar 2018 ein Seitenblick auf Wagners „Tristan und Isolde” (Link) mit Andreas Schager und Anja Kampe im Berlin, am 8. Februar 2018 ein Blick in den Koalitionsvertrag (Link) von CDU, SPD und CSU, „Gespenster am toten Mann”, am 26. Januar 2018 eine Vorausschau auf die realitätsblinde Migrationspolitik der GroKo (Link), am 25. Januar 2018 eine Kritik an der Säuberungsaktion (Link), die einem Gedicht Eugen Gomringers zuteil wurde, am 15. Januar 2018 ein Besuch bei Theodor Fontane und Rainald Grebe (Link), am 4. Januar 2018 ein Kopfschütteln über den Geldhunger der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (Link), am 22. Dezember 2017 meine Betrachtung zu Weihnachten als dem „gefährlichsten Fest der Welt” (Link): „Weihnachten ist interreligiös nicht abzumildern und weltethisch nicht einzuhegen. Die Menschwerdung Gottes, die Inkarnation, ist christlich und nur christlich.”

Mekka wird Rom, doch Böhmermann geht schlecht voran

Dass die Mehrheit Recht hat, glaubt die Mehrheit leicht. Auch am Beispiel des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes und eines CDU-Abgeordneten aus Gotha zeigte sich am 15. Dezember 2017 dieser Verblendungszusammenhang (Link). Am 11. Dezember 2017 musste ich mich angesichts brennender Israelflaggen abermals dem muslimischen Antisemitismus (Link) zuwenden. Angekündigt hatte sich die wiederkehrende Eskalation durch den neuen Streit um Jerusalem, dem ich am 7. Dezember 2017 nachsann (Link), „Mekka ist das neue Rom”. Am 30. November 2017 spießte ich die unersprießliche und offenbar unbezwingbare Lust an der politischen Sprachregelung (Link) auf: „Die Spätmoderne tritt also in ihre mephistophelische Phase.” Am 28. November 2017 musste ich Jan Böhmermann (Link) sagen, was aus gegebenem Anlass zu sagen war: „Jan Böhmermann, Pausenclown einer politisch-korrekten Staatselite, Grinsekerlchen der Ausgrenzung und Haudrauf des Hasses, braucht das Herabwürdigen wie das ZDF seine Rundfunkbeiträge. Wenig sonst beherrscht er.” Am 16. November 2017 sprang ich dem fälschlich der „Hetze” gegen „Flüchtlinge” geziehenen Karl Lagerfeld (Link) bei.

Privacy Settings
We use cookies to enhance your experience while using our website. If you are using our Services via a browser you can restrict, block or remove cookies through your web browser settings. We also use content and scripts from third parties that may use tracking technologies. You can selectively provide your consent below to allow such third party embeds. For complete information about the cookies we use, data we collect and how we process them, please check our Privacy Policy
Youtube
Consent to display content from Youtube
Vimeo
Consent to display content from Vimeo
Google Maps
Consent to display content from Google