Sonntags im Presseclub

Eine Institution im deutschen Fernsehen ist der sonntägliche ARD-Presseclub, an dem ich manchmal teilnehmen darf, stets gern. Am 8. Juli 2018 war es wieder so weit, das Thema lautete „Frust über die Politik, Angst vor der Zukunft- was ist los mit unserer Demokratie?” (Link) Positionen wurden begründet, manches rieb sich hart, und der gemeinsame Rücktritt von […]

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Sonntags im Presseclub

Eine Institution im deutschen Fernsehen ist der sonntägliche ARD-Presseclub, an dem ich manchmal teilnehmen darf, stets gern. Am 8. Juli 2018 war es wieder so weit, das Thema lautete „Frust über die Politik, Angst vor der Zukunft- was ist los mit unserer Demokratie?” (Link) Positionen wurden begründet, manches rieb sich hart, und der gemeinsame Rücktritt von Frau Dr. Merkel und Herrn Seehofer stand im Raum. Doch, nur zu, man sehe selbst.

2018-07-08 Presseclub

Schwefel und andere Medienspektakel

Es bleibt nicht aus, sich hin und wieder mit den Medien auseinanderzusetzen, auch wenn man diesen angehört. Der gehässige Kommentar des Chefs der ARD-„Tagesschau”, Kai Gniffkes, zu einem Rücktritt, den es gar nicht gab, der offenbar sehnlichst erwarteten Demission Horst Seehofers, gehört in kein Lehrbuch. Wohl aber in meine Betrachtung einer „journalistischen Kernschmelze” (Link) vom 2. Juli 2018. Dass derweil im ZDF-„heute Journal” immer mal wieder „Daumendrücken für Merkel” (Link) angesagt ist, legte ich am 18. Juni 2018 dar. Und in der ARD-Talkshow Anne Will lädt sich die Kanzlerin zur Audienz und verwandelt so das Fernsehstudio in eine „Arena der richtigen Gesinnung” (Link). Am 11. Juni 2018 analysierte ich sie. Zum medialen Spektakel der anderen Art lädt die Evangelische Kirche, wenn sie im Netz wie der Teufel nach abweichenden Meinungen fahndet, die sie „toxische Narrative” (Link) nennt. Am 17. Mai 2018 stieß ich auf den protestantischen Exorzismus.

Wölfe, Menschen und ihre Politik

Das schöne Salzburg sah ich diesmal nur im Dunkeln. Doch geht es dem Wolf anders, dem nachtaktiven? Damit war das Thema gesetzt beim „Talk im Hangar-7”, an dem ich am 3. Mai 2018 erneut teilnehmen durfte. Der Wolf und der Mensch, das ist eine verzwickte Geschichte. Als sei die Lage nicht schon kompliziert genug, wenn Menschen auf Ihresgleichen treffen, etwa Politiker: In der „phoenix-Runde” hieß das Thema am 26. Juni 2018, „Die Schicksalswoche – Krisentreffen im Kanzleramt” (Link). Ich redete mit und trug ein Einstecktuch. Beides ist aktenkundig.  Zwei Tage später, am 28. Juni 2018, fand in Köln ein „WDR 5-Funkhausgespräch” (Link) statt: „Die aufgeheizte Republik – Was wirkt gegen Hass und Hetze?” Gerne trug ich mein argumentatives Scherflein bei.

20180628 WDR 5 Funkhausgespräche

20180626 Phoenix Runde c

20180503 Talk im Hangar-7 b

Kultur, Kult und beiderlei Gegenteil

Wenn ein deutscher Papst für einen argentinischen Papst schwärmt, muss kein guter Film entstehen, sondern vielleicht nur „Ein Mann seines Wortes”. Das PR-Werk des Wim Wenders, einen „Monolog für zwei Stimmen” (Link), konnte ich am 14. Juni 2018 leider gar nicht goutieren. Größer freilich sind die realen Probleme einer Kirche, die Eigentore für Siegtreffer hält, wie es beim sogenannten bayerischen Kruzifix-Streit (Link) wieder zu besichtigen war. Am 3. Mai 2018 wunderte ich mich sehr über Marx und Company. Kein Vergleich aber mit der antijüdischen Unkultur im muslimisch dominierten Gangsterrap, der für einen Preis namens „Echo” vorgesehen war. Am 6. April (Link) und am 13. April 2018 (Link) kommentierte ich die Skandalmusik, die in eine Abschaffung dieses Echos mündete.  Kollegah und Farid Bang tönen weiter, ist stark zu vermuten, und werden von Millionen gehört. Keine Petitesse, wahrlich nicht. Wie harmlos kommt da doch der Profifußball daher. Das deutsche Debakel bei der Weltmeisterschaft ist dennoch lehrreich. „Sechs Lektionen” für Deutschland (Link) konnte ich am 28. Juni 2016 ausmachen.

Realismus ist kein Osterhase

Auch in diesem Jahr gibt es einiges zu Ostern zu sagen – und zu #Burgwedel, #Flensburg, der Antifa etc. Mein „Konter” vom 29. März 2018 (Link) sucht nach dem verbindenden Dritten von knochentrockenem Realismus und vernünftiger  Zuversicht: „Nicht an das Böse gewöhnen!” Kurz davor, am 27. März 2018, empfahl ich zur Lektüre das neue Buch von Botho Strauß (Link) mit Namen „Der Fortführer”. Darin steht geschrieben:  „Menschen, die zu allem ein gesundes Urteil haben, ahnen gar nicht, wie ein Urteil beschaffen sein muß, um Bestand zu haben: daß es nämlich zuerst unter Zähneklappern, zitternd und fiebernd durch den Eiswald der Sachverhalte irren muß, um zu sich zu finden.” Frohe Ostern.

Wie unterhaltsam darf eigentlich Europa sein?

Die phoenix-Runde war am 6. März 2018 besorgt: „Jetzt auch noch Italien. Populisten gegen Europa”. Anke Plättner moderierte, ich redete mit und zwar gerne (Link). Am 23. März 2018 lud Deutschlandfunk Kultur nach Potsdam ins schöne Museum Barberini. Von dort wurde live der „Wortwechsel” gesandt zum Thema „Politik als Theater. Wie unterhaltsam darf Politik sein?” Das Gespräch, soviel kann ich sagen, unterhielt dann sehr. Ob wegen mir, ob trotz meiner? Man höre nach (Link). Klaus Staeck war auch dabei.

20180306 Phoenix Runde

Uwe hat Durs

Tellkamp und Grünbein und Grünbein und Tellkamp und Tellkamp und Grünbein und Suhrkamp: Das ist kein Gedicht von Eugen Gomringer, sondern die Zusammenfassung einer Debatte nach der (Dresdner) Debatte, die diese bald durchzustreichen drohte. Tellkamp zeigte Haltung, den Rest zeigt die Zukunft und zeigte mein „Konter” (Link) vom 16. März 2018: „Das fängt alles erst an.” Minder schön ist der forcierte Trend zum durch Bücher für die Kleinsten endlich „politisierten Kinderzimmer”. Am 15. März 2018 schrieb ich (Link): „In Kita, Krippe und daheim soll der neue Erdenbürger mit den Vorteilen des Vegetarismus, des Internationalismus und der globalen Willkommenskultur vertraut gemacht werden. Wer alle vorgestellten Bücher beim Wort nähme und nicht abseits schaute, nicht links, nicht rechts, der setzte bei seiner ersten Bundestagswahl das Kreuz bei den Grünen.”

Die müde Republik, und wen rettet Merkel gerade?

Die deutsche Lage, wie stellt sie sich dar, zumal einem (nicht nur) deutschen Publikum? Darüber durfte ich mir für das deutsch-polnische Dialog Forum Gedanken machen. Zur „müden Republik” (Link) nach Abschluss der großkoalitionären Verhandlungen schrieb ich am 14. März 2018, über das „Ende eines Sonderwegs” (Link) am 20. Dezember 2017. Dazwischen lag gar manches:  Am 9. März 2018 meine Betrachtung über das neue Berliner „Kabinett als Kabarett” (Link), am 3. März 2018 angesichts dreier Abstimmungen die Rückkehr der demokratischen Systemfrage (Link) in Deutschland, Italien, der Schweiz, am 1. März 2018 die nur halbparodistische Feststellung (Link), „Merkel rettet jetzt auch Afrika”, die Berlinale, der ich am 22. (Link), am 19. (Link) und am 16. Februar 2018 (Link) drei Beiträge widmete nebst der Frage, „was versteht der Westen schon von Russland?”, am 15. Februar 2018 ein Nachruf auf die SPD (Link), „wenn eine Volkspartei nicht mehr gebraucht wird”, am 12. Februar 2018 ein Seitenblick auf Wagners „Tristan und Isolde” (Link) mit Andreas Schager und Anja Kampe im Berlin, am 8. Februar 2018 ein Blick in den Koalitionsvertrag (Link) von CDU, SPD und CSU, „Gespenster am toten Mann”, am 26. Januar 2018 eine Vorausschau auf die realitätsblinde Migrationspolitik der GroKo (Link), am 25. Januar 2018 eine Kritik an der Säuberungsaktion (Link), die einem Gedicht Eugen Gomringers zuteil wurde, am 15. Januar 2018 ein Besuch bei Theodor Fontane und Rainald Grebe (Link), am 4. Januar 2018 ein Kopfschütteln über den Geldhunger der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (Link), am 22. Dezember 2017 meine Betrachtung zu Weihnachten als dem „gefährlichsten Fest der Welt” (Link): „Weihnachten ist interreligiös nicht abzumildern und weltethisch nicht einzuhegen. Die Menschwerdung Gottes, die Inkarnation, ist christlich und nur christlich.”

Mekka wird Rom, doch Böhmermann geht schlecht voran

Dass die Mehrheit Recht hat, glaubt die Mehrheit leicht. Auch am Beispiel des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes und eines CDU-Abgeordneten aus Gotha zeigte sich am 15. Dezember 2017 dieser Verblendungszusammenhang (Link). Am 11. Dezember 2017 musste ich mich angesichts brennender Israelflaggen abermals dem muslimischen Antisemitismus (Link) zuwenden. Angekündigt hatte sich die wiederkehrende Eskalation durch den neuen Streit um Jerusalem, dem ich am 7. Dezember 2017 nachsann (Link), „Mekka ist das neue Rom”. Am 30. November 2017 spießte ich die unersprießliche und offenbar unbezwingbare Lust an der politischen Sprachregelung (Link) auf: „Die Spätmoderne tritt also in ihre mephistophelische Phase.” Am 28. November 2017 musste ich Jan Böhmermann (Link) sagen, was aus gegebenem Anlass zu sagen war: „Jan Böhmermann, Pausenclown einer politisch-korrekten Staatselite, Grinsekerlchen der Ausgrenzung und Haudrauf des Hasses, braucht das Herabwürdigen wie das ZDF seine Rundfunkbeiträge. Wenig sonst beherrscht er.” Am 16. November 2017 sprang ich dem fälschlich der „Hetze” gegen „Flüchtlinge” geziehenen Karl Lagerfeld (Link) bei.

Das Regiment der Nebensachen

…ist mein „Konter” vom 9. November 2017 überschrieben (Link): Ein Befund, der vermutlich auch jenseits jamaikanischer Sondierungsgespräche nicht einfach zu widerlegen sein wird. Doch ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Am 2. November − wie bitter leicht vergisst man doch die Anlässe – wandte ich mich gegen die grassierende Tendenz, nach islamistischen Anschlägen ins rhetorische Wolkenkuckucksheim umzuziehen statt die Ebenen der Handlung aufzusuchen, denn „gegen Terror braucht es Härte, keine Worte” (Link). Vom 27. Oktober datiert meine kleine Diagnose des Morbus Teutonicus (Link). Berlin könnte leider auch in Sachen Staatsversagen Avantgarde für Deutschland werden. Aktionistisch gibt sich derweil die EU-Kommission. Sie empfiehlt den europäischen Innenstädten „diskrete Barrieren” gegen den Terrorismus (Link). Auf Deutsch: Der Terror wird bleiben, gewöhnt euch dran! Am 18. Oktober griff ich diese spezielle Kapitulationsurkunde vor dem Dschihadismus auf. Frank-Walter Steinmeier wiederum könnte man einen Bambus-Präsidenten nennen; elastisch im Ton, mager in der Substanz. Am 5. Oktober griff ich zu diesem Sprachbild (Link). Bereits am 21. September wunderte mich Steinmeiers Schweigen, als Regierungsmitglied Altmaier zu erkennen gab, es wäre besser, gar nicht wählen zu gehen als die AfD zu wählen (Link). Stellt man sich so eine leidenschaftliche Demokratie vor? Demnächst gewiss mehr dazu.

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